Portrait

Kathrin Rauchenstein

Leitung Pflege Seniorenzentrum Engelhof

Jeder von uns hat seine eigene Biografie, schöne Kapitel und weniger schöne. Egal, ob ich nun gesund bin oder nicht. Diese Lebensgeschichte gilt es stets mit einzubeziehen in den Umgang mit demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen. Wertschätzung, Herzlichkeit und das Ernstnehmen von Ängsten, sie stehen meiner Ansicht nach im Zentrum unserer Pflegeaufgaben.

Seit Dezember 2015 haben wir bei uns im Engelhof eine separate Demenzabteilung für zehn Bewohnerinnen und Bewohner. Mit grosszügig gestaltetem Gemeinschaftsraum, geschütztem Garten und klarer Tagesstruktur. Hier geht es weniger hektisch zu und her als in den übrigen Bereichen des Seniorenzentrums. Wo die Kommunikation nicht mehr über die Sprache funktioniert, spielen Faktoren wie Erfahrung und Gespür eine wesentliche Rolle. Und das lässt Nähe und Distanz für uns Pflegende immer wieder zum Thema werden: Bis wie weit lasse ich ein Schicksal an mich heran – und kann ich das Erlebte letztlich am Arbeitsplatz verarbeiten?

Vor zehn Jahren habe ich eine Pflegewohnung mitbegründet. Das Thema Demenz begleitet mich aber schon viel länger, sicher seit drei Jahrzehnten. Früher hat man einfach von Altersvergesslichkeit gesprochen. Heute ist die Gesellschaft aufgeklärter, die Krankheit anerkannt, die Toleranz gegenüber Demenzkranken gestiegen – und sie wird weiter steigen, davon bin ich überzeugt. Auch und ganz besonders innerhalb der Seniorenzentren.

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Demenz muss in der Öffentlichkeit breiter thematisiert werden.

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